Das Meer im Blick, der Alltag weit hinter uns

Am Montagmorgen, den 20. April 2026, ging es los. Drei 9. Klassen, 60 Stadtkinder und vier hoffnungsvolle Erwachsene auf dem Weg nach Binz, ans Meer. Die Koffer wurden verstaut, die Sitzplätze gesucht, die Snacks bereit gelegt und dann hieß es auch schon: Abfahrt.

Nach einer langen Busfahrt dann endlich die langersehnte (Aus-)Sicht: Das Meer und die Jugendherberge. Nach dem die Zimmerverteilung stand und die Taschen ausgepackt waren, stand erst einmal das erste gemeinsame Abendbrot an. Stärkung war auch wirklich von Nöten, denn kurz darauf sollte es noch einmal gemeinsam an den Strand und auf die Seebrücke hinaus gehen und das bei starkem Wind und hohem Wellengang.

Doch als der erste Sand unter den Füßen zu spüren war und das Wellenrauschen das Pfeifen des Windes übertönte, gab es kein Halten mehr und alle Kids stürmten (*hehe*) den Strand. Am Ende gab es viel Gelächter und die ein oder anderen feuchten Schuhe. Der Anreisetag war überstanden.

Am darauffolgenden Tag ging es nach dem gemeinsamen Frühstück mit dem Bus auf zum Nationalpark Jasmund. Der, zur Enttäuschung einer Schülerin, keine Achterbahnen, aber viel Ruhe und Natur bot. In Gruppen sollte eine von Frau Strobel erstellte Eco-Challenge in zwei Stunden gemeistert werden.

Dabei sollten unter anderen Tiere oder Tierspuren fotografiert, die äußerlichen Bedingungen bestimmt oder Arten in Produzent, Destruent oder Konsument eingeteilt werden. Natürlich ließen die ersten Herausforderungen nicht lange auf sich warten.

Folgende Ererignisse beruhen auf wahren Begebenheiten:

Eine Schülerin verlief sich beim Fotografieren des Rüsselkäfers Viko. Auf der Suche nach einem weiteren Tier, trennte sich eine Gruppe im Nationalpark. Auf ihrer zielgerichteten Suche vergaßen die anderen die wundervolle Lamis, welche sich nun eigenständig in die Tiefen des Nationalparkes vorwagte, um die Fotochallenge zu beenden. Plötzlich sah sie in der Ferne eine kleine Herde „Baby-Rehe“. Erst hatte sie Respekt vor den Waldbewohneren, doch dann fühlte sie sich „wie eine Disneyprinzessin“ und näherte sich ihnen, um dieses Naturschauspiel weiter zu beobachten bzw. zu filmen. Nach und nach gelang Lamis zurück in die Zivilisation, wo sie auf andere Gruppen stoß und wieder zu uns zurückkehrte.

Währenddessen hörte Argjend von Lamis Verschwinden und machte sich in tapferer Begleitung von Jesaja auf, sie zu suchen. Doch dieser Weg sollte kein leichter sein. Nicht ahnend, dass Lamis schon wieder zurück in Sicherheit war. Zog es die Jungs tiefer in den Wald. Plötzlich horchten sie auf. Ein Geräusch. Ein Rascheln. Sie drehten sich um. Wenige Meter von ihnen entfernt, sahen sie ein großes, männliches Wildschwein. Herzrasen, klamme Hände. Schock mit einer Prise Angst. Flucht? Aushalten? Es entbrannte ein Staring Contest. Das Wildschwein – wahrscheinlich mittlerweile gelangweilt – zeigte daraufhin die kalte Schulter, drehte sich um und ging. Erleichterung machte sich breit und mit einer guten Portion Adrenalin traf man auf Frau Strobel und Frau Damme und am Ende auch wieder auf alle anderen – minus Wildschwein – am Bus.

Die Erschöpfung war groß, aber der Tag noch nicht vorbei. Nach einem Vesper und WC-Zwischenstopp ließen wir den Bus zurück und spazierten am Strand zurück zur Jugendherberge, wo wir den Tag mit einem gemeinsamen Spieleabend ausklingen ließen.

Am Mittwochmorgen erschienen leicht überforderte und sehr müde Neuntklässler zum gemeinsamen Frühstück. Der Tag zuvor, die frische Luft und viel Bewegung hatte wahrlich Spuren hinterlassen und so ging es in Stille mit dem Bus nach Stralsund, wo das Ozeaneum auf uns wartete. Ausgestattet mit erbettelten Stiften und einer Rallye ging es auf Entdeckungstour der Ostsee, des Weltmeeres und deren Bewohner bzw. Erforschung.

Nachdem so viel Wissen konsumiert wurde, war es Zeit für Freizeit in Stralsund und für Shopping, Mittagessen oder einfach nur die Sonne genießen. Zurück in der Unterkunft trauten sich einige nach dem Abendbrot doch tatsächlich in das kühle Nass und badeten in der Ostsee, andere spielten Volley- oder Fußball am Strand, schlenderten durch Binz oder genossen den Sonnenuntergang.

Im strahlenden Sonnenschein machten wir uns gut gelaunt auf den Weg zum Jagdschloss Granitz. Was zunächst nach einer entspannten Wanderung klang, entwickelte sich durch eine kleine – nennen wir es „kreative“ – Verfehlung des Weges zu einem deutlich anstrengenderen Aufstieg als geplant. Spätestens da war allen klar: Für den Rückweg würden wir uns lieber an die offizielle Route halten.

Am Schloss angekommen, wartete bereits das nächste Abenteuer: die berühmte freihängende Wendeltreppe. Todesmutig, aber fest entschlossen, nahmen wir die vielen Stufen in Angriff. Eine etwa 15-minütige Einführung in die Geschichte des Schlosses rundete den Besuch ab und lieferte spannende Einblicke in vergangene Zeiten. Anschließend konnten wir das Schloss noch auf eigene Faust erkunden und dabei selbst kleine Entdeckungen machen. Ein echtes Highlight folgte am Ende der Führung: Unsere Klasse bekam das große Kompliment, eine der organisiertesten und aufmerksamsten Gruppen zu sein, die die Mitarbeitenden dort je erlebt hatten. Die Lehrkräfte freuten sich – man könnte sagen: wie bolle.

Der Rückweg verlief diesmal deutlich planmäßiger, inklusive eines spontanen Stopps auf einem Spielplatz. Dort zeigten viele Neuntklässler, dass sie ihre kindliche Seite keineswegs verloren hatten, und tobten ausgelassen über das Gelände. Zum krönenden Abschluss gab es noch ein spendiertes Eis – der perfekte Ausklang für einen rundum gelungenen Tag.

Doch der Tag war noch nicht vorbei. Bevor es ans Kofferpacken und Zimmeraufräumen ging, stand ein gemeinsames Fotoshooting am Strand an, wo neben dem Jahrgangsfoto auch Klassenfotos im Rahmen einer kleinen Challenge geschossen wurden. Nach anfänglichen Diskussionen, viel Ausprobierens und vor allem viel Gelächter hatte jede Klasse dann auch mehrere „brauchbare“ Endresultate, aber vor allem einige Schnappschüsse. Die Zeit bis zum Abendbrot war dann wieder gemeinsame Freizeit. Danach ging es leider schon ans Koffer packen.

Am Abreisetag wagten sich einige schon bei Zeiten an den Strand, um den Sonnenaufgang zu genießen und Abschied von der Ostsee zu nehmen. Dann ging alles ratzfatz – Frühstück, Zimmerübergabe, Koffer verstauen, im Bus Platz nehmen und gen Leipzig fahren.

Bilder & Text: DAM, STR

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