Ein besonderer Nachmittag mit Johannes Herzog

Am 14. April hatten wir besonderen Besuch an unserer Caroline-Neuber-Schule: Der Autor Johannes Herzog war bei uns zu Gast und gab uns spannende Einblicke in sein Buch „Bis die Sterne zittern“.

Zu Beginn führte er uns in das Thema ein und erklärte die historischen Hintergründe. Sein Roman spielt in Leipzig in den Jahren 1936/37 und handelt von den sogenannten „Leipziger Meuten“ – Jugendgruppen, die sich bewusst gegen die Vorgaben der damaligen Zeit stellten. Statt sich anzupassen, trafen sie sich öffentlich, hörten ihre eigene Musik und trugen Kleidung, die nicht den Erwartungen des Regimes entsprach. Das Buch basiert auf intensiver Recherche, unter anderem auf Arbeiten des Historikers Sascha Lange.

Während der Lesung stellte Herr Herzog mehrere Szenen aus seinem Buch vor. Eine Passage, in der die Geheimpolizei plötzlich auftaucht, sorgte für eine sehr konzentrierte und gespannte Stimmung im Raum. Durch diese Einblicke konnten wir uns gut in die Situation der Jugendlichen hineinversetzen.

In der anschließenden Fragerunde erfuhren wir weitere Hintergründe zur Entstehung des Romans. Auch international hat das Buch Aufmerksamkeit erhalten und wurde beispielsweise ins Russische übersetzt. Besonders interessant war auch die Entstehung des Titels: Auf Anregung seiner Lektorin hin orientierte sich Herr Herzog an dem Gedanken, dass sich die besten Titel im Text selbst verbergen. So bezieht sich der Titel auf eine Szene am Ende des Romans, in der gemeinsam ein Lied gesungen wird – mit der Zeile „… sang der Rest in die Nacht, bis die Sterne zitterten“ (S. 240).

Auch über das Schreiben selbst sprach er offen: Obwohl er schon lange den Wunsch hatte, Autor zu werden, begleiteten ihn während des Schreibprozesses immer wieder Zweifel. Dennoch hat er nicht aufgegeben – eine Erfahrung, die auch für uns sehr nachvollziehbar war.

Dieser Nachmittag hat uns nicht nur einen spannenden Einblick in ein Stück Geschichte gegeben, sondern auch gezeigt, wie wichtig Mut, Individualität und Durchhaltevermögen sind. Wir bedanken uns herzlich bei Johannes Herzog für seinen Besuch und die persönlichen Einblicke in seine Arbeit als Autor.

Text: Richard, Samet & Franz (10-1), Bilder: DAM

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